Inneres

Als Kind fühlte ich mich isoliert und getrennt von der Welt der Erwachsenen. Mit allen kindlichen Handwerkszeugen der Verweigerung kämpfte ich um das Recht, meinen eigenen Wahrnehmungen trauen zu dürfen, die sich häufig von dem Erleben der Erwachsenen unterschieden. Ich erinnere mich, mit welch tiefer Ohnmacht mich zuschlagende Gewalt, Erpressungen, Bestrafungen und Bannsätze wie: "Man tut das nun einmal so!" oder "Man tut so etwas nicht!" erfüllten. So brachte ich alle Schätze in den Keller meiner Seele, die von den Erwachsenen abgelehnt wurden - einfach um sie in "Sicherheit" zu bringen.
Sehr gut erinnere ich mich daran, wie ich als Dreijährige dachte: "Später hole ich das wieder hervor, wenn ich allein über mich bestimmen kann."

Die Erkenntnis, dass v
on einer Gemeinschaft, die durch Dressur, Angstmacherei, Trennung, Entwurzelung, Entwertung Abhängigkeit erzeugt, gar keine Zustimmung zu innerer Freiheit erwartet werden kann - traf mich als Erwachsene so stark, dass ich sie zuerst einmal verdrängte. Später wurde mir bewusst  - ich würde immer gefangen bleiben, wenn ich auf diese Zustimmung von Außen wartete. Deshalb brauchte ich meinen ganzen Mut, um mir und meinen eigenen Wahrnehmungen wieder vertrauen zu lernen.
Es galt, mir zurück zu erobern, mit was ich in diese Welt gekommen war.

 

Als kleines Mädchen lebte ich mit 75 Spielzeugindianern. Immer wenn ich eine neue Figur bekam, stattete ich sie mit einem Charakter und einer Aufgabe für die Gemeinschaft aus. So lebte ich mit ihnen jeden Tag eine für mich sinnvolle Gemeinschaft. Alle taten einfach das, was ihre Aufgabe war und wofür sie die besten Fähigkeiten hatten. 

Mit dreißig Jahren erfuhr ich diese Sinnhaftigkeit live in einem russischen Selbstversorgerdorf, in dem ich von 1991-97 mit zehn wilden Hunden und 86 alten Bauern lebte. Auch in dieser Gemeinschaft trug jeder bei, was sie/er am Besten konnte. Niemand hätte einen Sinn darin gesehen, etwas zu tun, was nicht den eigenen Fähigkeiten entsprach, nur um Anerkennung zu gewinnen - gab es doch Anerkennung für alles, was man beitrug.

In dieser gemeinschaftlichen Selbstversorgung war die Arbeit des Körbemachens genauso wichtig wie die des Brotbackens, der Heilkunst, des Schnapsbrennens, des Stiefelmachens usw. Den Bäuerinnen und Bauern wäre es absurd erschienen, ihre Aufgabe oder ihre natürlichen Fähigkeiten abzulehnen, weil diese als Ressourcen zum Überleben nötig waren. Von ihnen gingen ein Stolz und eine Würde aus, die mich tief trafen in meinem damaligen Gefühl, nicht zu genügen und nicht wertvoll zu sein. 

Auch wäre niemand auf die Idee gekommen, sich von der Natur zu trennen, von der sie sich ja auf dem direkten Wege in allem versorgten.

Gleichwohl ließen mich die 10 Hunde, mit denen ich lebte, stark spüren, dass ich nicht mein Name bin, nicht mein Äußeres, nicht meine Schulbildung, nicht meine finanzielle Situation, nicht mein beruflicher Erfolg. Sie lobten und tadelten nicht. Sie zeigten mir, wie echte Wertschätzung und Kontakt sich anfühlen.

Durch das wortlose Zusammensein mit ihnen begann ich meiner Fähigkeit zur Wahrnehmung energetischer Botschaften wieder zu vertrauen, die ich als Kind -  belacht von Erwachsenen -  in Frage gestellt hatte. Eine Fähigkeit die es mir erlaubt, Energien in und um Menschen, Tieren, Pflanzen, Steinen, Dingen wahrzunehmen, ihre Botschaften zu empfangen, sowie diese Energien zu bewegen.
 

Mir wurde bewusst, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt etwas vollkommen Unnatürliches gelernt hatte. Ich hatte gelernt, mich für mich zu schämen, vieles an mir abzulehnen, mich über die Natur und die Tiere zu stellen, mich dadurch von ihnen zu trennen und an keine Kraft zu glauben, die all das erschafft.
Mit dieser Erkenntnis über mich selbst und der Verantwortung, die ich für mich übernahm, begann Heilung in mir und ich wurde auch selbst zur Heilbegleitung für andere. 

 

Äußeres
Maike Maja Nowak, geboren 1961 in Leipzig und erfolgreiche Liedermacherin von 1983-2000, arbeitet heute als Spirituelle Lehrerin, Heilbegleitung für Menschen und Botschafterin von Hund zu Mensch. Sie schrieb die vier Bestseller:»Wanja und die wilden Hunde«, »Abenteuer Vertrauen«, »Die mit dem Hund tanzt« und »Wieviel Mensch braucht ein Hund« Sie begründet mit ihrer Arbeit eine neue Sicht auf Tiere und die tragende Rolle von Hunden für den Menschen. Sie publiziert/e Fachartikel und hatte 2013/14 eine eigene Dokumentar Reihe im ZDF. 2012 gründete sie den Verbund der Unabhängigen Wegbereiter "Mensch wie Hund" und ist als Autorin, Seminarleiterin und Referentin international tätig. Seit 2002 ist sie staatlich anerkannte Heilpraktikerin für Psychotherapie und erforscht und entwirft mit großem Erfolg unterstützende, psychologische und energetische Herangehensweisen zur Heilung von Menschen.